Mystisches Waldviertel: Der Platz des Skorpions und die Kraft der Granitsteine

Es gibt Orte, die man nicht erklären muss. Man spürt sie.

Wer das erste Mal durch die Wälder des nördlichen Waldviertels geht, bleibt irgendwann stehen. Zwischen Fichten und Moos liegen riesige, rund geschliffene Granitblöcke, als hätte sie jemand achtlos hingeworfen. Manche so groß wie ein Haus, manche aufeinandergestapelt, manche mit kleinen Mulden voller Wasser. Kein Wunder, dass sich um diese Steine seit jeher Geschichten ranken.

Warum die Steine so aussehen, wie sie aussehen

Der Granit im Waldviertel ist uralt, viele hundert Millionen Jahre. Über unvorstellbar lange Zeit hat das Wetter ihn an seinen Rissen und Kanten verwittert. Übrig blieben die typischen runden „Wollsäcke“, wie die Geologen sie nennen. Manche liegen so fein ausbalanciert, dass man sie mit der Hand bewegen kann: die berühmten Wackelsteine. Mit Moos und Flechten bewachsen, im Morgennebel oder im Abendlicht, wirken sie wie aus einer anderen Zeit.

Granitrestling im Waldviertel

Foto: Haeferl, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Der Platz des Skorpions bei Kautzen

Einer der geheimnisvollsten Orte ist der Platz des Skorpions bei Engelbrechts, nahe Kautzen. Ein stilles Waldstück mit Granitsteinen, die Namen tragen wie Warzenbründl, Herrgottstein, Opferstein oder Energiestein. In einigen Steinen liegen natürliche Wasserschalen, die selbst im heißesten Sommer nicht austrocknen.

Den Namen bekam der Platz in den 1980er-Jahren: Zwei Hobbyforscher entdeckten, dass die Anordnung der Steine dem Sternbild Skorpion ähnelt. Seither erzählt man sich von Energielinien, die von hier aus quer durch das Land laufen sollen. Ob man daran glaubt oder nicht: Wer sich hier hinsetzt, die Hand auf den kühlen Stein legt und einfach still wird, erlebt etwas. Und genau darum geht es.

Wackelstein im Waldviertel

Foto: Roberto Verzo, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Unser Tipp: der Stein-Rundwanderweg

Der schönste Weg zum Platz des Skorpions ist der Stein-Rundwanderweg ab Kautzen. Er beginnt am Otto-Prosenbauer-Platz und ist rund 14 Kilometer lang, gut 4,5 Stunden mit Pausen. Unterwegs kommst du am Hohen Stein (666 m) vorbei, an einer Pyramide aus dem Jahr 1825 und am mächtigen Teufelsstein. Bei Dürnhof stehst du sogar auf der Europäischen Wasserscheide: Was südlich davon fließt, geht zur Donau, was nördlich fließt, zur Elbe.

Wer weniger gehen möchte, fährt bis Engelbrechts und spaziert von dort in etwa einer halben Stunde zum Platz.

Kraftplätze und Gruppenarbeit

Viele Gruppen, die zu uns ins El Molino kommen, verbinden ihr Seminar mit einem Ausflug zu solchen Orten. Eine gemeinsame Meditation zwischen den Steinen, ein schweigender Gang durch den Wald, ein Kreis am Ende des Tages: Die Natur macht vieles leichter, was im Seminarraum manchmal schwerfällt. Und wer zurück in die Mühle kommt, sitzt abends am Feuer und lässt das Erlebte nachklingen.

Granitfelsen vor dem El Molino

Auch bei uns liegen sie

Übrigens: Auch rund um das El Molino findest du diese typischen Waldviertler Granitsteine, im Garten, an der Thaya, vor dem Eingang. Manche Gäste sagen, sie hätten hier schon nach dem ersten Abend das Gefühl, angekommen zu sein. Vielleicht liegt es am Wasser. Vielleicht an den Steinen. Vielleicht einfach an der Stille.

Du planst ein Retreat, eine Yoga-Woche oder ein Seminar in der Natur? Das El Molino gehört dann ganz eurer Gruppe, von März bis November. Jetzt anfragen

Karte: El Molino auf Google Maps

Quellen: tips.at „Granit, Wald und Geheimnisse“; waldviertel.at. Angaben zum Weg ohne Gewähr.